W&K Controlling
W&K Controlling

Ein Fahrrad als Dienstwagen

20.06.2018

Die rasanten Elektrofahrräder erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und werden Arbeitnehmern immer öfter als Dienstwagen angeboten.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum Einen wird damit ein besonderes ökologisches Bewusstsein zum Ausdruck gebracht. Des Weiteren unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeiter in einem aktiven Lebensstil und fördern den Ausgleich zu einer oftmals überwiegend sitzenden Tätigkeit. Hinzu kommt, dass gerade auch Elektrofahrräder recht teuer sind und die Überlassung der Mitarbeitermotivation dient.

In jedem Fall muss auf die korrekte Erfassung des geldwerten Vorteils geachtet werden, damit es nicht später im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung zu erheblichen Steuernachforderungen kommt. Die Besteuerung von Fahrrädern unterscheidet sich nur unwesentlich von der weithin bekannten Besteuerung von Dienstwagen. Auch hier kann zwischen der sogenannten 1?%-Regelung und der Führung eines Fahrtenbuches gewählt werden. Bei der 1?%-Regelung wird 1?% vom Bruttolistenpreis pro Monat zuzüglich 0,03?% pro Monat für jeden Kilometer zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte als geldwerter Vorteil ermittelt. Beim Fahrtenbuch hingegen wird der private Nutzungsanteil durch Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs ermittelt. Ob dies jedoch bei einem Fahrrad wirklich praktikabel ist, erscheint fraglich. Als dritte Option können Durchschnittssätze dienen, wenn das Bundesfinanzministerium diese für solche Sachbezüge festgesetzt hat.

Arbeitgeber nutzen oftmals Rahmenverträge, bei denen die gesamte Abwicklung durch einen Provider durchgeführt wird, oder Leasingverträge, bei denen die Fahrräder mit einer festen Laufzeit von zumeist 36 Monaten gemietet werden. Mit dem Arbeitnehmer wiederum wird ein Überlassungsvertrag für das Fahrrad geschlossen. Zudem sehen die Verträge häufig vor, dass der Arbeitnehmer das von ihm genutzte Leasingrad bei Beendigung der Überlassung kaufen kann. Dabei gilt zu beachten, dass bei Überlassung des Fahrrads zu einem geringeren Preis als dessen Geldwert, der Differenzbetrag ein Arbeitslohn von dritter Seite darstellt.

Sind alle Formalien geregelt ist man auf sicherer Seite und dann: Frohes Radeln!